Mixing Übersicht

Was tun wenn man ein Projekt mit vielen Spuren vor sich hat, welche alle bearbeitet werden müssen und dann stehen noch viele Plug-Ins zur Verfügung.

In diesen Prozess möchte ich gern etwas Struktur rein bringen!

In vielen Mixing-Büchern wird immer von drei Dimensionen gesprochen wie ein Signal bearbeitet wird. Das ist auch absolut richtig. Jedoch lässt sich nicht jede Bearbeitung konkret in eine dieser drei Dimensionen eingliedern.

Es gibt also zwei weitere Bearbeitungsmöglichkeiten außerhalb dieser drei Dimensionen.

Zudem bemühe ich mich um einfache Formulierungen. Simple ausgedrückt geht es beim Mixing darum jedes Signal hinsichtlich fünf Parameter optimal einzustellen.

1.) Lautstärke (entscheidet ob ein Signal mehr im Hintergrund oder Vordergrund liegt)

2.) Dynamik (erhöhen der erfundenen Lautstärke)

3.) Frequenzband (eliminieren von Überschneidungen kann mit EQ oder Sidechainkompression erfolgen)

4.) Stereoposition

5.) Effekte

Mixing von elektronischer Musik:

Fangen Sie bei Mixing am besten mit den Beat-Sounds an, da sie meist die prominentesten Elemente eines Tracks sind. Platziere die Bassdrum in der Mitte des Mixes. Da das menschliche Ohr bei tiefen Frequenzen keine Richtung orten kann und tiefe Frequenzen sehr viel Energie besitzen, ist es gut, wenn man Sie an einem Punkt bündelt. Wähle eine mittlere Lautstärke von -10 bis -6 dB. Ordne nun die anderen Drum-Klänge um die Bassdrum an. Gleiche die Lautstärken an und verteile die Sounds ein wenig im Stereofeld, so dass das Klangbild offener klingt. Achte darauf, dass  du nicht zu extreme Panning-Einstellungen wählst. Viele Club-Anlagen sind Mono geschaltet. Dadurch könnte es dort passieren das bestimmte Elemente bei zu extremen Panorama-Werten ganz verschwinden. Wenn der Beat zufrieden stellend angeordnet ist, mischen wir den Bass dazu. Auch hier empfiehlt es sich den Bass als Mono-Spur zu verwenden.

Im Anschluss kommen die Flächen- und Leadsounds hinzu, deren Lautstärke nach Belieben gewählt werden kann. Du solltest diese Klänge ein wenig im Stereofeld verteilen, so dass sich nicht alle Klänge in der Mitte des Mixes drängen. Möchten Du, dass einige Sounds so klingen, als ob sie von weiter weg kommen, empfiehlt sich der Einsatz eines Reverbs. Damit kann der Eindruck von Tiefe erzeugt werden. Nehmen nun für jede einzelne Spur einen EQ und schneiden die Frequenzen weg, die der Klang nicht benötigt, und passe zwei Klänge, die einen ähnlichen Frequenzbereich besitzen, mit Hilfe eines EQs so an, dass sich die Frequenzen nicht so stark überlappen.  

Um den einzelnen Klänge zu etwas mehr Druck und Durchsetzungsvermögen zu verhelfen, empfiehlt sich der Einsatz von Kompressoren auf den jeweiligen Spuren. Auf einen Kompressor oder sogar einen Limiter im Masterkanal sollte hingegen verzichtet werden. Das Gesamtsignal in seiner Dynamik zu bearbeiten, ist Aufgabe des Masterings. Hier können bei falschem Einsatz Fehler gemacht werden, die sich später nur schwer bis gar nicht mehr beheben lassen. Wenn du mit dem Klang deines Tracks zufrieden bist, kannst du diesen als Audiofile rendern. Wenn du den Track später zu einem Mastering schicken möchtest, empfiehlt es sich, etwas Luft zwischen dem Maximalpegel und 0 dB zu lassen. Dieser freie Raum in der Lautstärke – auch Headroom genannt - ermöglicht es dem Mastering-Techniker, die Dynamik und die letzten EQ-Einstellungen noch sinnvoll vornehmen zu können. Als Headroom empfehlen sich -3dB, wenn du mit 16 Bit Auflösung arbeiten, beziehungsweise -6 dB bei 24 Bit.

1.) Lautstärke

Bevor du irgendetwas anderes am Mix machen, ist es sinnvoll, zunächst die einzelnen Spuren von der Lautstärke her untereinander abzustimmen. Die Lautstärke entscheidet grundlegend darüber, ob ein Signal mehr im Hintergrund des Mix liegt oder ob es im Vordergrund steht. Sie können nicht einfach alles auf gleicher Lautstärke lassen. Das Ergebnis ist dann nicht, dass man alles gut hört, sondern dass man nichts mehr richtig auseinander halten kann. Man spricht dann von einem Klangbrei.

Vielmehr solltest du dafür sorgen, dass eine vernünftige Staffelung durch Lautstärken entsteht. Das bedeutet, dass einige Signale mehr im Hintergrund des Mix liegen und einige im Vordergrund. Nach vorne gehören natürlich die für den Mix wichtigeren Signale. 

Wichtig ist zum Beispiel Rhythmus. Stelle daher auch das Schlagzeug nicht zu leise ein.

Ein häufiger Fehler beim Mischen ist eine zu hohe Basslautstärke oder zu hohe Hi-Hats. Besonders Anfänger neigen dazu den Bass oder Hi-Hat lauter zu stellen als nötig. Hört man sich aber mal eine moderne Profiproduktion an, die man als besonders bassreich empfindet, so wird man oft feststellen, dass der Bass eigentlich gar nicht so laut ist. Vor allem auf Monitorboxen kommt hier „die Wahrheit“ recht schnell ans Licht. Häufig sind es einfach die im Konsumbereich üblichen Anlagen plus eventuelle Klangregelungen, die für den extremen Basssound oder Hi-Hat sorgen.

Streicher und Flächen setzen sich auch bei niedriger Lautstärke durch, da sie kaum Lautstärkeschwankungen aufweisen und so recht präsent klingen. Diese können Sie im Vergleich also leiser drehen.

Tendenziell gehören Melodie- und Soloinstrumente lauter als hintergründige, die lediglich den Rhythmus unterstützen sollen oder Harmonien spielen.

Tipps & Tricks:

-Senke die Frequenzbereiche, die andere Instrumente verdecken, nicht zu stark und zu schmalbandig ab. Versuche es lieber mit einer mittelbreiten und weniger tiefen Absenkungen und spare dabei die für die tonale und klangliche Erkennbarkeit und Ortung des Instruments wichtigen Frequenzbereiche aus.

-Betonen die wichtige Frequenzen, indem diese nur leicht und breitbandig angehoben werden. Um einen Mix durchsichtig zu machen, reichen meist Anhebungen und Absenkungen von 2 bis 5 dB.

-Größere Anhebungen und Absenkungen werden nur verwendet, wenn der Klangcharakter eines Instruments völlig verändern wollen.

-Senken konkrete Stör- oder Resonanzfrequenzen sehr schmalbandig ab. Schneiden also eine schmale Kerbe in das Frequenzspektrum (Nutzung von Notch-Filter). So werden andere Frequenzen am wenigsten beeinflusst, und die Absenkung bleibt (bis auf die leiser gewordene Störfrequenz) unhörbar. Störfrequenzen können zum Beispiel bei Layern von Synthesizern entstehen. 

2.) Dynamic

Nach der Kanallautstärke wenden wir uns nun dem sehr verwandten Thema Dynamik zu. Letztlich kommt es vor allem auf die empfundene Lautstärke an. Hast du ein Signal mittels Kanalfader aufgedreht, heißt das noch lange nicht, dass es für den Hörer nun auch extrem laut klingt. Für unser Gehör ist letztlich nur der Durchschnittspegel wichtig. Solange dieser nicht entsprechend hoch ist, wird das Signal weiterhin vergleichsweise leise klingen.

Genau hier schafft der Kompressor Abhilfe. Mittels Komprimierung kannst du die Lautstärkeschwankungen eines Signals (Dynamik) eingrenzen. Das du die Prinzipien der Komprimierung verstanden haben ist in der Musikproduktion von essenzieller Bedeutung.

Nun kannst Du überlegen welche Signale Sie im Mix komprimieren werden sollen und wie stark. Letzten Endes bestimmt dies natürlich dein eigenen Geschmack und damit auch deine eigene Handschrift.

Im Folgenden aber einige Grundsätze und Tipps:

 -Die Lautheit ist letztlich bloß ein enger Verwandter der Lautstärke. Dass die Stimme im Vordergrund eines Songs zu stehen hat, haben wir ja bereits besprochen. Und dazu muss sie eben auch eine entsprechend hohe Lautheit aufweisen: Es nützt nichts, den Gesang mittels Kanalfader endlos weit aufzudrehen, wenn dieser sich aufgrund einer zu hohen Dynamik dennoch nicht gegen die Lautheit der Instrumente durchsetzen kann.

-Damit der Gesang also in den Vordergrund des Mix steht, musst du ihn komprimieren. Dabei gilt: Je druckvoller die Instrumente, desto höher muss die Lautheit der Stimme sein, damit diese sich durchsetzt. Auch bei Balladen wird man auf den Kompressor nicht verzichten können. Da der Gesang hier ohnehin ruhiger und weniger kraftvoll aufgenommen wird, macht es Sinn, dies mittels Kompressor auszugleichen, damit die Stimme nicht zu lasch klingt. 

-Auch das Schlagzeug solltest du komprimieren, insbesondere Snare und Bassdrum (nicht unbedingt bei Samples da diesein der Regel schon fertig bearbeitet und komprimiert sind!).

-Der Bass wirkt durch Lautstärkeschwankungen schnell träge und kraftlos. Mittels stärkerer Komprimierung sorgst du für ein druckvolles und solides Bassfundament, ohne welches der Mix sehr lasch klingt.

-Keyboards und Flächen erfordern normal keine Komprimierung, da sie kaum Lautstärkeschwankungen aufweisen und meist eher im Hintergrund spielen.

3.) Frequenzgang

Die Arbeit mit dem Equalizer ist eine heikle Sache aber extrem notwendig. Hier kannst du viel kaputtmachen wenn du übertreibst aber es ist unbedingt notwendig für einen guten Mix. 

Die einzelnen Signale im Mix sollten sich nicht gegenseitig überlagern, sondern sich zusammen zu einem ausgeglichenen Gesamtbild aufaddieren. Dazu sollte jedes Signal eine bestimmte Nische ausfüllen und mit keinem anderen Signal ins Gehege kommen, was insbesondere für den Frequenzverlauf einer Produktion gilt.

Ziel bei der Frequenzbearbeitung ist demnach nicht, dass jedes Signal im Einzelnen möglichst breit und fett klingt, sondern dass diese im Zusammenspiel gut klingen, sich also ergänzen, und so ein insgesamt breiter und voller Klang entsteht.

Dazu verteilen Sie die einzelnen Signale so über das Frequenzspektrum, dass jedes seinen eigenen Bereich hat!

Hast du beim produzieren sauber gearbeitet, so liegt bereits eine grundlegende Trennung der Frequenzen vor. Mittels Equalizer erledigen du jetzt die Feinarbeit

Das Ziel dabei ist die Frequenztrennung sämtlicher Einzelsignale, sprich das Beseitigen von Frequenzüberlagerungen.

Es müssen in einem Mix nicht alle Frequenzen eines Instruments in natürlicher Stärke vorhanden sein. Manche sind für ein funktionieren im Song wichtig, andere nicht, und diese können wir für eine bessere Transparenz und zur Vermeidung gegenseitiger Verdeckung absenken. Solche, die besonders wichtig sind, können wir hingegen betonten. Für diesen Zweck setzen wir einen Equalizer ein.

Hierzu ist es zunächst sinnvoll zu wissen, welche Frequenzen der jeweiligen Signale für den Mix überhaupt relevant sind. Jedes Signal soll ja einen bestimmten Frequenzbereich einnehmen. Dabei wäre es natürlich gut, wenn die einzelnen Signale genau den Bereich einnehmen, der auch typisch für das Signal ist und in dem es auch gut klingt!

Hörbereich des Menschen:

20 Hz - 250 Hz: Tiefen

250 Hz - 5.000 Hz: Mitten

5.000 Hz - 20.000 Hz: Höhen

Hörbereich Details (Pop Sound):

20-40 Hz - Tiefbass:

Bereich am unteren Ende des menschlichen Hörvermögens. Wird in Musikproduktionen oft komplett mit Filtern entfernt. Nicht allzu viele Instrumente dringen so weit nach unten: Zum Beispiel elektronische und akustische Bässe.

40-100 Hz - Sub-Bass, gefühlter Bass:

Hier befindet sich der Low-Kick, zuviel überwältigt den Mix. Wird von kleinen Lautsprechern nicht wiedergegeben. Bis 100 Hz sollte dann ausschließlich die Bassdrum sein, während der Bass im Bereich darüber liegt.

100-250 Hz - Bass:

Zwischen 100-200 Hz kann die Fülle des Basses angehoben, bzw. bei boomenden Sounds etwas zurückgenommen werden. Anhebungen hier können zu einem volleren Klang führen. Auf Frequenz-Überlagerungen mit dem Bass ist zu achten.

250-600 Hz - Untere Mitten:

Fülle, Vocals, Percussion / Der Pappsound einer Bassdrum befindet sich zumeist zwischen 300-400 Hz. Harmonieinstrumente wie tiefe Strings oder E-Piano, die meist halblinks oder rechts gepannt werden. In der Stereomitte sollte dieser Bereich der Stimme reserviert sein. Andere Instrumente hier ggf. absenken, gerade wenn diese undefinierten und dumpfen Klang haben.

600-4000 Hz - Mitten:

In diesem Bereich kann man schnell viel Brei produzieren. Bei 800 Hz kann man das nasale und billige eines Sounds reduzieren. Der Attack der meisten Percussions-Instrumente (und auch einiger anderer) befindet sich zwischen 2.000-4.000 Hz.

4.000-6.000 Hz - Präsenz:

In diesem Bereich kann man Vocals nach vorne bringen. Zu viel hiervon macht die Vocals aber kantig.

7.000 Hz - Sibilanz / Zischen:

In diesem Bereich befinden sich die ungewollten Zischlaute wie das „s“ oder „sch“.

8.000-20.000 Hz – Höhen:

In diesem Bereich kann den Instrumenten mehr Luft und Glanz vermacht werden. Viele Amateurmixe übertreiben aber genau diesen Effekt, Vorsicht ist geboten.

Hörbereich Details (elektronische Musik):

Lower Bass (20 bis 60 Hz)

Hier findet ihr nur sehr wenige Grundtöne von Instrumenten, dafür aber die Raumresonanzen! Dieser Frequenzbereich sollte mit einem Trittschallfilter bedämpft werden, wenn er nicht gebraucht wird (z. B. bei Vocal-Aufnahmen). Bei Techno-Produktionen / Four-to-the-Floor: kräftig boosten!

Zu viel: Sound wird schwammig und matschig,es entsteht kein klares Frequenzbild mehr.

Upper Bass (60 bis 250 Hz)

Viele Grundtöne tiefer Instrumente (zum Beispiel Bass, Bassdrum, Flügel (tiefe Lagen), Männerstimmen). Hier findet ihr die Kesselresonanzfrequenz der Bassdrum.

Zu viel: dröhniger Sound („boomy sound“)

Zu wenig: Mix klingt kraftlos

Lower Mid Range (250 Hz bis 2,5 kHz)

Grundtöne der meisten Instrumente; Veränderungen hört man in diesem Frequenzbereich sehr deutlich, da hier der gehörempfindlichste Bereich angesiedelt ist. Der Bassdrum-Kick liegt in diesem Frequenzbereich.

Zu viel: Telefon-Sound, Gehör ermüdet schnell

Upper Mid Range (2,5 kHz bis 5 kHz)

Viele Obertöne von Instrumenten; dieser Bereich ist wichtig für die Stimmenverständlichkeit; richtig ausgesteuert sorgt dieser Frequenzbereich für Brillanz und Durchsichtigkeit in der Mischung.

Zu viel: distanzierter dünner Klang

Zu wenig: Mischung klingt dumpf

Presence Range (5 bis 7 kHz)

Dieser Frequenzbereich ist wichtig für die Sprachverständlichkeit; hier befindet sich das Zischeln der Stimme; der De-Esser arbeitet in diesem Bereich; Presence Filter am Gitarren-Amp arbeiten auch in diesem Bereich; auch die Griffgeräusche der Akustikgitarre sind hier zu hören.

Zu viel: Mischung klingt stechend

Zu wenig: Mischung klingt dumpf

High End (7 bis 20 kHz)

In diesem Frequenzbereich findet ihr nur noch Obertöne von Instrumenten; Dieser Bereich sorgt für Atmosphäre und Klarheit; "Magische Frequenz" bei der Stimme: 12 kHz etwas raufziehen - das sorgt für Brillanz und Klarheit!

Zu viel: stechender Klang; Rauschen

Zu wenig: Der Mischung fehlt Klarheit und Atmosphäre. 

Jetzt weisst du schon mal, in welchem Bereich die einzelnen Signale gut klingen und haben diese angehoben oder abgesenkt. Nur Verdeckungen beseitigt hast du dadurch noch nicht. Dies ist der nächste Schritt! Genau der Bereich, den du eben angehoben hast, sollte bei anderen Signalen abgesenkt werden, sofern diese hier auch Anteile besitzen. Auf diese Weise schaffst du Platz im Mix und verhinderst Frequenzüberlagerungen!

Ein sehr gutes Beispiel ist die Frequenztrennung von Bass und Bassdrum/Kick/Kickdrum. Diese liegen nämlich beide im Tiefenbereich und somit sehr nahe beieinander.

Die erste Überlegung hierbei ist, welches Instrument die tiefsten Frequenzen der Produktion einnehmen soll. Meist nimmt die Bassdrum/Kick/Kickdrum den untersten Bereich ein, während der Bass die darüber liegenden Frequenzen abdeckt. In diesem Fall spricht man auch davon, den Bass über die Bassdrum zu legen.

Im Bassbereich gibt es generell zwei Möglichkeiten:

Erste Möglichkeit:

Bassdrum/Kick/Kickdrum: 30 - 80 Hz

Bass: 80 - 200 Hz

Zweite Möglichkeit:

Bass: 30 - 80 Hz

Bassdrum/Kick/Kickdrum: 80 - 200 Hz

Bleiben wir bei dem Beispiel, dass du den Bass über die Bassdrum/Kick legen möchten. In dem Fall solltest du die Bassdrum/Kick/Kickdrum im Tiefbassbereich etwas anheben. 

Der Bass hingegen sollte in dem Bereich nun gerade nicht vertreten sein, da es sonst zu Überlagerungen kommt. Senke daher genau die Frequenz beim Bass ab, die du bei der Bassdrum angehoben hast! Hast du die Bassdrum/Kick/Kickdrum z.B. bei 50 Hz angehoben, so senkst du den Bass bei 50 Hz ab!

Der Bass nimmt jetzt die Frequenzen darüber ein. Durchfahreauch hier das Spektrum mittels Sweeping ab etwa 90 Hz und heben den ermittelten Bereich an. Typisch ist hier eine Bearbeitung bei 100 bis 120 Hz. Senke die ermittelte Frequenz wiederum bei der Bassdrum/Kick/Kickdrum ab!

Wie du  siehst gilt beim Einsatz des Equalizers das Prinzip des Gebens und Nehmens: Möchten du eine Frequenzbereich eines Signals anheben, sollte diese zunächst bei anderen Signalen absenken, um Platz zu schaffen!

Genauso wie bei Bass und Bassdrum/Kick/Kickdrum gehst du auch bei allen weiteren Signalen vor! Ermittle die charakteristischen Frequenzen jedes Signals mittels Sweeping und heben den gefundenen Bereich an, während du eben diese Frequenz bei anderen Signalen absenken, sofern diese hier ebenfalls Anteile aufweisen.

4.) Stereoposition

Zur Festlegung der Stereoposition bietet jeder Kanal des Sequenzerprogramms einen Panoramaregler. Drehe diesen ganz nach links, wird das Kanalsignal nur auf der linken Box ausgegeben. Drehen diesen ganz nach rechts, wird es nur rechts ausgegeben. Dazwischen sind sämtliche Positionen möglich. So kannst du das Signal z.B. auch nur leicht links stellen, wobei es dann auf der linken Box lediglich einen Tick lauter ausgegeben wird. Lasst du den Regler in der Mitte stehen wird das Signal von beiden Boxen gleichlaut ausgegeben.

Jeder Kanal eines Sequenzerprogramms verfügt über einen separaten Regler zur Änderung der Stereoposition. 

Soll ein Signal so klingen, als ob es links vom Hörer wäre, drehen Sie den Panoramaregler nach links, umgekehrt, nach rechts. So können Sie nacheinander alle Signale durchgehen und diese im Panorama aufteilen. Ein Instrument wird ganz links gepant, eines nur leicht links, wichtige Signale kommen in die Mitte, eines leicht rechts und eines ganz rechts. So klingt es für den Hörer etwa so, als würde sich eine Band breit vor ihm im Raum verteilt befinden.

Diesen Effekt solltet du dir zu nutze machen und nicht einfach jedes Signal in die Mitte setzen! Dadurch wirkt das Klangbild einerseits dünn und vor allem undifferenziert – die Signale ließen sich schwieriger voneinander abgrenzen, da sie alle „auf der gleichen Stelle hocken“. Teilest du hingegen gleichmäßig im Panorama auf, klingt der Mix breitgefächert und klar.

WICHTIG: 

Das Fundament des Mix gehört in die Mitte! Zum Fundament zählt die grundlegende Rhythmussektion, bestehend aus Bassdrum, Snare und Bass, wobei ich hier gleich erwähnen muss, dass tieffrequente Signale sich ohnehin kaum orten lassen. Daher macht es eh kaum Sinn, Bassdrum oder Bass nach außen zu pannen.

Des Weiteren solltest du auch das jeweils wichtigste Signal der Produktion in die Mitte setzen. Bei Songs ist das derLead-Gesang. Im Falle eines Instrument-Solos gehört das jeweilige Instrument in die Mitte. Spielen zwei Solo-Instrumente, werden diese oft um die Mitte herum aufgeteilt.

Neben dem Fundament kannst nun alle weiteren Signale gleichmäßig im Panorama verteilen! Die Hi-Hat kann z.B. entweder in die Mitte gepannt werden oder bis maximal halblinks bzw. halbrechts, wobei ich in dem Fall empfehle, der Hi-Hat noch einen Gegenspieler auf der anderen Stereoseite gegenüberzustellen. Dabei sollte es sich ebenfalls um ein höhenreiches Instrument handeln, das einen ebenso durchgehenden Rhythmus aufweist. Setze die Hi-Hat z.B. halblinks, so stellen Sie dieser halbrechts eine rhythmische Akustikgitarre, Shaker, Tambourine, Schellenkranz oder Ähnliches gegenüber. Auf diese Weise erzielst du ein ausgeglichenes Stereobild.

Ebenso gehst du bei weiteren Signalen vor. Auf jeder Stereoseite sollten sich letztlich etwa gleich viele Instrumente befinden. Nur so erreichen Sie ein ausgewogenes Klangbild wobei aber auf Mono zu achten ist (aber dazu später mehr).

5.) Effekte

Bisher haben wir die Themen Lautstärke, Dynamik, Frequenzgang und Stereoposition besprochen.

Diese Faktoren stellen die bereits wichtigsten Unterscheidungsmerkmale eines Signals im Mix dar. Soll heißen: Wenn bei einem Signal die Lautstärke eingestellt ist, ggf. mittels Kompressor die Dynamik angepasst, das Signal einen eigenen Frequenzbereich zugewiesen bekommen hat und eine Stereoposition, dann wird es bereits gut von den anderen Klängen abzugrenzen sein, da diese sich in wenigstens einem, meist jedoch mehreren, dieser Punkte voneinander unterscheiden.

Signale, die an der gleichen Stereoposition liegen, werden sich z.B. zumindest im Frequenzgang unterscheiden. So befinden sich Hauptstimme, Bass, Bassdrum und Snare allesamt in der Mitte, jedoch in einem jeweils unterschiedlichen Frequenzbereich.

Anhand von Effekten lassen sich nun aber noch weitere Unterscheidungsmerkmale herausarbeiten. Die Betonung liegt hier auf Unterscheidungen: Bearbeiten Sie nicht mehrere Signale jeweils gleichstark mit ein und demselben Effekt. Dadurch erreichen Sie genau das Gegenteil: Die Signale ähneln sich klanglich mehr und sind schlechtervoneinander abzugrenzen.

Halte dich beim Effekteinsatz generell an die zwei folgenden Grundsätze: gezielt und sparsam je Spur! Wenn du verschiedene Hallräume auf die Signale geben, ein oder zwei Signale mit einem Delay bearbeiten und eines mit einem Modulationseffekt, so erreichst du eine gezielte Akzentuierung einzelner Sounds und der Mix wird nochmals verfeinert.

Je mehr elektronischer die Musik ist und je mehr man Effekte einsetzt desto mehr muss auf Klang aufgepasst werden.