Kompressor:

Kompressor oder Dynamikbereich

https://www.youtube.com/watch?v=11qxZ6pUvpA

 

Sidechain Kompression:

Sidechaining ist eine beliebte und häufig verwendete Methode, um in einem Mix Platz für zwei Signale zu schaffen, die über einen ähnlichen Frequenzbereich verfügen und so den Mix matschig klingen lassen, weil sie um die gleichen Frequenzen buhlen. Gängigster Anwendungsbereich ist die Bearbeitung von Bassdrum und Bass. Dafür benötigt man einen Kompressor, der über einen Sidchain-Eingang verfügt, wie etwa der Pro-C von Fabfilter oder der interne Kompressor von Ableton Live.

Der Kompressor wird in den Kanal mit dem Bass-Sound eingefügt. Das Signal für den Sidechain-Eingang liefert die Bassdrum. Der Sidechain-Eingang sorgt dafür, dass jedes Mal, wenn eine Bassdrum erklingt, das Bass-Signal in der Lautstärke abgesenkt wird. Sobald die Bassdrum, verklungen ist, öffnet sich der Kompressor wieder und lässt das Bass-Signal durch. Auf diese Weise erklingt immer nur einer von beiden Klängen.

Bei langen Release-Zeiten im Kompressor lässt sich so der pumpende Effekt erzielen. Selbstverständlich lassen sich mit Hilfe eines Sidechain-Kompressors auch andere Effekte erzielen. So kann man ihn auch gut zu Rate ziehen, um etwa eine Fläche in eine rhythmisch pulsierende Texturen zu verwandeln oder bei geringer Dosierung Vocals prägnanter im Mix platzieren.

Parallele Kompression oder Side Kompression:

Parallele Kompression ist eine Technik, die oft auch als New-York-Kompression bezeichnet wird. Dieser Mixkniff ermöglicht gleichzeitig sehr kompakte, durchsetzungsfähige Sounds, die aber dennoch über ein großes Maß an Dynamik verfügen, die bei hoher Kompression normalerweise verloren gehen würde.

Für die parallele Kompression musst du das zu komprimierende Signal auf zwei Kanäle verteilen. Am sinnvollsten ist es, dafür einen Send/Return-Kanal zu benutzen, in den du einen Kompressor einfügen, der das Signal mit sehr starken Werten extrem komprimiert. Der Trick liegt nun darin, das komprimierte Signal nur sehr leise zu dem Ursprungsklang hinzuzufügen. Regele die Lautstärke des Kompressorkanals so weit runter, dass du ihn kaum noch hören kannst. Wenn du ihn nun zusammen mit dem Ursprungssignal abhören, wirst du merken, dass es immer noch genauso viel Dynamik besitzt, aber dennoch unterschwellig über einen sehr verdichteten Klang verfügt. Es gibt auch Kompressoren, wie etwa den Fabfilter Pro, die die Möglichkeit der parallelen Kompression direkt mit an Bord haben und so schneller zu einem Ergebnis kommen lassen.

Wir nehmen eine beliebige Audiospur und duplizieren diese in der DAW. Die Originalspur nennen wir „xxx Original“ und die zweite Spur nennen wir „xxx PC„ (PC = Parallel Compression). Die Originalspur lassen wir soweit unangetastet. Auf xxx PC legen wir also nun einen Kompressor unserer Wahl. Als Treshold-Wert nehmen wir eine höheren Wert (40-60dB), Ratio (2:1-4:1- max 10:1 versuchen), Attack (so schnell wie möglich) und Release (500ms - 800ms). Die komprimierte Audiospur sollte solo angehört ziemlich crunchy klingen. Nun das Volumen ganz zurück nehmen und wir hören uns die Originalspur im Mix an. Dann geben wir die parallel komprimierte Spur langsam dazu und beobachten, wie sich der Klang ändert bis er passt. 

Tipps & Tricks:

-große dynamische Unterschiede auszugleichen, Signale zu verdichten und zu ver- schmelzen (Glue Kompressor in Ableton)

-Spuren mehr nach vorn zu holen und dadurch hörbarer/präsenter zu machen

-Klänge knackiger und perkussiver zu machen oder den Anschlag zu entschärfen (durch Einschwingphasen hervorheben oder abschwächen)

-zu schnell verklingende Klänge länger zu machen (Sustaineinstellung)

-um Pumpen als künstlerisches Mittel in der elektronischen Musik zu erzeugen

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