Amplitude & Loudness:

Bevor du irgendetwas anderes am Mix machen, ist es sinnvoll, zunächst die einzelnen Spuren von der Lautstärke her untereinander abzustimmen. Die Lautstärke entscheidet grundlegend darüber, ob ein Signal mehr im Hintergrund des Mix liegt oder ob es im Vordergrund steht. Sie können nicht einfach alles auf gleicher Lautstärke lassen. Das Ergebnis ist dann nicht, dass man alles gut hört, sondern dass man nichts mehr richtig auseinander halten kann. Man spricht dann von einem Klangbrei.

Vielmehr solltest du dafür sorgen, dass eine vernünftige Staffelung durch Lautstärken entsteht. Das bedeutet, dass einige Signale mehr im Hintergrund des Mix liegen und einige im Vordergrund. Nach vorne gehören natürlich die für den Mix wichtigeren Signale. 

Wichtig ist zum Beispiel Rhythmus. Stelle daher auch das Schlagzeug nicht zu leise ein.

Ein häufiger Fehler beim Mischen ist eine zu hohe Basslautstärke oder zu hohe Hi-Hats. Besonders Anfänger neigen dazu den Bass oder Hi-Hat lauter zu stellen als nötig. Hört man sich aber mal eine moderne Profiproduktion an, die man als besonders bassreich empfindet, so wird man oft feststellen, dass der Bass eigentlich gar nicht so laut ist. Vor allem auf Monitorboxen kommt hier „die Wahrheit“ recht schnell ans Licht. Häufig sind es einfach die im Konsumbereich üblichen Anlagen plus eventuelle Klangregelungen, die für den extremen Basssound oder Hi-Hat sorgen.

Streicher und Flächen setzen sich auch bei niedriger Lautstärke durch, da sie kaum Lautstärkeschwankungen aufweisen und so recht präsent klingen. Diese können Sie im Vergleich also leiser drehen.

Tendenziell gehören Melodie- und Soloinstrumente lauter als hintergründige, die lediglich den Rhythmus unterstützen sollen oder Harmonien spielen.

Tipps & Tricks:

-Senke die Frequenzbereiche, die andere Instrumente verdecken, nicht zu stark und zu schmalbandig ab. Versuche es lieber mit einer mittelbreiten und weniger tiefen Absenkungen und spare dabei die für die tonale und klangliche Erkennbarkeit und Ortung des Instruments wichtigen Frequenzbereiche aus.

-Betonen die wichtige Frequenzen, indem diese nur leicht und breitbandig angehoben werden. Um einen Mix durchsichtig zu machen, reichen meist Anhebungen und Absenkungen von 2 bis 5 dB.

-Größere Anhebungen und Absenkungen werden nur verwendet, wenn der Klangcharakter eines Instruments völlig verändern wollen.

 

-Senken konkrete Stör- oder Resonanzfrequenzen sehr schmalbandig ab. Schneiden also eine schmale Kerbe in das Frequenzspektrum (Nutzung von Notch-Filter). So werden andere Frequenzen am wenigsten beeinflusst, und die Absenkung bleibt (bis auf die leiser gewordene Störfrequenz) unhörbar. Störfrequenzen können zum Beispiel bei Layern von Synthesizern entstehen. 

Dynamic (Compression)

Nach der Kanallautstärke wenden wir uns nun dem sehr verwandten Thema Dynamik zu. Letztlich kommt es vor allem auf die empfundene Lautstärke an. Hast du ein Signal mittels Kanalfader aufgedreht, heißt das noch lange nicht, dass es für den Hörer nun auch extrem laut klingt. Für unser Gehör ist letztlich nur der Durchschnittspegel wichtig. Solange dieser nicht entsprechend hoch ist, wird das Signal weiterhin vergleichsweise leise klingen.

Genau hier schafft der Kompressor Abhilfe. Mittels Komprimierung kannst du die Lautstärkeschwankungen eines Signals (Dynamik) eingrenzen. Das du die Prinzipien der Komprimierung verstanden haben ist in der Musikproduktion von essenzieller Bedeutung.

Nun kannst Du überlegen welche Signale Sie im Mix komprimieren werden sollen und wie stark. Letzten Endes bestimmt dies natürlich dein eigenen Geschmack und damit auch deine eigene Handschrift.

Im Folgenden aber einige Grundsätze und Tipps:

 -Die Lautheit ist letztlich bloß ein enger Verwandter der Lautstärke. Dass die Stimme im Vordergrund eines Songs zu stehen hat, haben wir ja bereits besprochen. Und dazu muss sie eben auch eine entsprechend hohe Lautheit aufweisen: Es nützt nichts, den Gesang mittels Kanalfader endlos weit aufzudrehen, wenn dieser sich aufgrund einer zu hohen Dynamik dennoch nicht gegen die Lautheit der Instrumente durchsetzen kann.

-Damit der Gesang also in den Vordergrund des Mix steht, musst du ihn komprimieren. Dabei gilt: Je druckvoller die Instrumente, desto höher muss die Lautheit der Stimme sein, damit diese sich durchsetzt. Auch bei Balladen wird man auf den Kompressor nicht verzichten können. Da der Gesang hier ohnehin ruhiger und weniger kraftvoll aufgenommen wird, macht es Sinn, dies mittels Kompressor auszugleichen, damit die Stimme nicht zu lasch klingt. 

-Auch das Schlagzeug solltest du komprimieren, insbesondere Snare und Bassdrum (nicht unbedingt bei Samples da diesein der Regel schon fertig bearbeitet und komprimiert sind!).

-Der Bass wirkt durch Lautstärkeschwankungen schnell träge und kraftlos. Mittels stärkerer Komprimierung sorgst du für ein druckvolles und solides Bassfundament, ohne welches der Mix sehr lasch klingt.

-Keyboards und Flächen erfordern normal keine Komprimierung, da sie kaum Lautstärkeschwankungen aufweisen und meist eher im Hintergrund spielen.